Das improvisierte Klassenzimmer

Projektbeschreibung

Improtheater meets Deutschunterricht

Mit diesem innovativen Projekt zur Intensivierung des Deutschunterrichts in der Übertrittsklasse 4 sowie in den Mittelschulklassen 6 und 8 werden Methoden des Improvisationstheaters als fester Bestandteil in den regulären Deutschunterricht der Grund- und Mittelschule an der Rockefellerstraße integriert und evaluiert.

Trainerinnen und Trainer von "Impro macht Schule" vor dem Gebäude der Mittelschule an der Rockefellerstraße
Trainerinnen und Trainer von „Impro macht Schule“ vor dem Gebäude der Mittelschule an der Rockefellerstraße © Impro macht Schule

Projektbeginn Schuljahr 2024/25

Mit dem Pilotprojekt „Das improvisierte Klassenzimmer“ wurde im Schuljahr 2024/25 an der Grund- und Mittelschule an der Rockefellerstraße ein innovatives Projekt zur Intensivierung des Deutschunterrichts ins Leben gerufen – zunächst mit acht bis zehn Kursen in der Übertrittsklasse 4 sowie in den Mittelschulklassen 6 und 8.

Dank unserer Förderung konnte das Projekt im laufenden Schuljahr deutlich ausgeweitet und strukturell im Schulalltag verankert werden. Mittlerweile umfasst das Angebot pro Woche 32 Kurse. Ein zentraler Entwicklungsschritt ist der frühere Einstieg in der Grundschule. Impro macht Schule ist nun bereits in den Jahrgangsstufen 2, 4, 5, 6, 7 und 8 aktiv.

Durch die Integration von Methoden der angewandten Improvisation in den Schulalltag ermöglichen die Trainerinnen und Trainer eine nachhaltige Bereicherung des Deutschunterrichts. Die Kurse finden regelmäßig statt und werden von einem festen Trainerteam begleitet. Ziel ist es, Kinder frühzeitig und kontinuierlich in ihrer sprachlichen, sozialen und persönlichen Entwicklung zu stärken und den LehrplanPLUS zu unterstützen.

Beobachtungen und Effekte

Ein wesentlicher Vorteil des Projekts ist seine kontinuierlichen Ausrichtung. Die Schülerinnen und Schüler werden über einen längeren Zeitraum begleitet und entwickeln sich somit nicht nur innerhalb einzelner Projektphasen. Dadurch entsteht eine Hebelwirkung mit langfristiger Wirkung (High-Leverage-Effekt), im Gegensatz zu kurzfristigen Effekten punktueller Maßnahmen.

Die langfristige Arbeit ermöglicht es, zentrale Themen immer wieder aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Dazu zählen Persönlichkeitsentwicklung, besseres Lernen, gesünderes Verhalten, soziale Kompetenzen und demokratische Haltungen. Entwicklungen werden nicht nur angestoßen, sondern auch stabilisiert und vertieft.

Die Wirkung zeigt sich besonders deutlich im Klassenklima. Durch gemeinsames Spiel, bewusstes Zuhören und das Aushalten von Momenten entwickelt sich ein anderes Miteinander, das von den Lehrkräften immer wieder hervorgehoben wird. Die Schüler/-innen lernen, eigene Ideen einzubringen, andere Perspektiven zuzulassen und Verantwortung für die Gruppe zu übernehmen.

Auch für die Lehrkräfte zeigt sich ein Mehrwert. Sie erleben Impro macht Schule als Unterstützung ihres Unterrichts und als Entlastung im Schulalltag, insbesondere bei Themen des Klassenklimas. Gleichzeitig eröffnet die angewandte Improvisation einen forschenden, partizipativen Zugang zum Unterricht.

Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation

Das Projekt wird seit dem Schuljahr 2024/25 evaluiert. Ziel ist es, die Arbeit von Impro macht Schule systematisch zu untersuchen, die Wirkung der Ich-Entwicklung durch angewandte Improvisation im Unterricht zu erfassen und fundierte Erkenntnisse über Entwicklungsprozesse zu gewinnen. Dies geschieht in Kooperation mit Leon Reichmann und Dr. Barbara Meyer von der LMU München.

Barbara Meyer begleitet das Projekt aus Sicht der Entwicklungsforschung, während Leon Reichmann parallel dazu eine quantitative Evaluation durchführt, die sich auf die angewandte Improvisation als begleitende und intensivierende Methode zum LehrplanPLUS fokussiert. In die Evaluation werden sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler einbezogen.

Aus entwicklungspsychologischer Perspektive besitzt angewandte Improvisation – insbesondere an Mittel- und Förderschulen – ein großes Potenzial zur Förderung persönlicher Reife. Die Förderung dieser Entwicklungsprozesse stellt aus meiner Sicht eine der wirksamsten Formen von Demokratiebildung dar.“
(Dr. Barbara Meyer, Entwicklungsforschung, LMU München)

Projektdetails

Fokus

Persönlichkeitsentwicklung
Chancengerechtigkeit
Gesellschaftliche Teilhabe
Schulische Bildung
Schulentwicklung

Partner

Impro macht Schule e.V.; Mittelschule an der Rockefellerstraße